Wer steckt hinter "Mal eben leben"?

Martin Bremer Mal eben leben sitzt am Strand, im Hintergrund Sonnenuntergang

Ich bin Martin. Ich war schon immer Martin, doch im Laufe vieler Jahre hat sich der Mensch hinter diesem Namen stark verändert.

Früher war ich ein kleiner, unauffälliger Junge, der in der Grundschule durchweg Einsen und Zweien schrieb. Das alles fiel mir leicht. Immer wieder mal gab es Vorkommnisse, bei denen ich jedoch ein anderes Gesicht an den Tag legte. Mal knackte ich ganz aus Spaß ein Zahlenschloss nach der Fahrradprüfung, mal schrieb ich vor Stundenbeginn "Ausfall" an die Tafel oder verschwand beim Versteckspiel einfach nach Hause, ohne dem Versteckten Bescheid zu geben. Vielleicht nicht ganz offensichtlich, doch etwas war da, das mir zu schaffen machte.

Schon seit meiner Kindergartenzeit zog sich ein Thema durch mein Leben: Ich verlor fast jeden meiner Freunde und Menschen, die ich liebte. Entweder sie zogen weg, oder ich. Als kleiner Junge traf mich das hart und zerriss mir das Herz. Ich lernte, dass ich gegen manche Geschehnisse einfach nichts tun konnte. Als Junge wollte ich diesen Verlustschmerz nicht mehr spüren und ließ immer weniger Menschen an mich heran. So verschloss ich mich auch vor mir selbst.

Auf dem Gymnasium war ich der Außenseiter, gekleidet in tiefhängende HipHop-Hosen, XXXXXL Shirts und Basecap. Ich durchlebte meine rebellische Phase fern von sozialen Bindungen zu meinen Klassenkameraden. Ich vertraute in dieser Zeit nur meinem Bruder, mit dem ich bis zum Abitur in einem gemeinsamen Kinderzimmer wohnte. Es war durchaus die erste kreative Zeit, denn es entstanden gefühlvolle Gedichte, traurige HipHop-Beats und bunte Graffiti.

Die wohl düsterste Zeit folgte, als ich 2009 mein Bachelorstudium in Hildesheim begann. Ich verlor nicht nur die Menschen um mich herum, sondern auch mich, mein Selbstbewusstsein und meinen Selbstwert, bis ich mir nicht mal mehr einen Cent wert war. Die Einsamkeit zog mich in die Tiefe - drei Jahre lang. Es war keiner mehr in meiner Nähe, der auch nur annähernd bemerkte, wie es mir ging. Es gab Wochenenden, an denen ich nicht ein Wort sprach. Ich schien verloren.

Bis heute weiß ich nicht, wie ich das geschafft habe. Genau dann, als ich niemanden hatte, lernte ich, mich all dem zu stellen, was sich in meinem Kopf befand. Ich war für mein Glück zuständig, war eine meiner Erkenntnisse. Die Stille wurde mein Freund. Ich hatte mich ausprobiert und Mut gezeigt, anstatt aufzugeben und die Bedeutsamkeit des Lebens zu verlieren. Als ich meinen Master in Leipzig beendete, war ich deutlich herangereift. Doch es sollte noch mehr geschehen, was Unruhe in mein Leben brachte.

2014 kehrte ich zum Arbeiten als Grundschullehrer zurück in meine Heimatstadt. Ich wurde ein Jahr lang von einer in die nächste Schule geschubst und füllte als Vertretungslehrer die Lücken des deutschen Schulsystems. Während meines Referendariats schauten wir diesen einen Film, der alles veränderte: Alphabet - Angst oder Liebe. Er öffnete mir mit einem Mal so sehr die Augen, dass ich etwa ein Jahr später meinen Job nicht mehr gehorsam ausüben konnte. Mit 26 Jahren hatte sich mein gesamtes Weltbild einmal neu ausgerichtet, ich hatte den sicher geglaubten Boden unter meinen Füßen verloren und dies bald als Chance auf einen Neustart gesehen.

Ich tauschte die Sicherheit und meinen Besitz gegen den Rucksack und ein Flugticket nach Thailand. Ich wollte so weit weg wie möglich, so lange wie möglich, vielleicht für immer. Ich schrieb unter dem so bedeutenden Motto "Mal eben leben" einen Blog über meine Reise, die mich eineinhalb Jahre durch 6 atemberaubende Länder führte. Eine monatelange Verletzung, ein Roadtrip durch Indonesien und die anstrengende Arbeit in Australien brachten mich erneut tief zu mir selbst.

Ich fand heraus, dass Fotografie eines meiner Talente ist und sammelte Porträts und noch viel mehr Fotos von dem, was mich so begeisterte. Im Juni 2019 kehrte ich erneut zurück in meine Heimatstadt und nahm mir fest vor, nicht in alte Muster zu verfallen. Ich wollte nun endlich meinem Herzen folgen und mit meinen Talenten die Menschen berühren. So entstanden die Foto.Story.Books, mit denen ich ein breites Spektrum an Kreativität in die Tat umsetzen kann. Mein Kopf kreiert jeden Tag unfassbar spannende Ideen und Visionen, die andere Menschen bewegen. Damit folge ich dem Weg meines Herzens.

Martin Bremer in Thailand auf Koh Kood, steht auf einem Stein und schaut auf das hellblaue Meer

Weiteres Wissenswertes über mich

  • Zuerst einmal war ich dreieinhalb Jahre Grundschullehrer für Deutsch und Mathematik. Ich liebe die Mathematik, die in der Grundschule gelehrt wird. Sie macht viel Spaß und noch schöner ist es zu sehen, wenn Kinder ihre Strukturen und Eigenschaften verstehen und sie dann anwenden. In meiner Bachelorarbeit analysierte ich eine Silbenfibel. Meine Masterarbeit thematisierte die Mathematik in Kinderliteratur. Ich fand es besonders interessant, Mathematik mit dem Lesen von Büchern zu verbinden.
  • Auch Deutsch ist ein interessantes Fach, weil Sprachen im Allgemeinen sehr systematisch aufgebaut sind und es nie schaden kann, das System, das wir benutzen, zu verstehen. Ich hinterfrage viel und bin neugierig. Vielleicht ist das nicht immer von Vorteil, aber dafür ist eine Erkenntnis ein umso tolleres Gefühl. Dafür tue ich gern mehr.
  • Ich denke, durch meine Begeisterung für die deutsche Sprache habe ich schon einigen, als "hoffnungslos" eingestuften Kindern das Lesen beigebracht. Auch andere Nachhilfe (z.B. Mathematik Sek I) hat oft Früchte getragen.
  • Ich spielte 2 Jahre lang Baseball im Verein und muss sagen, dass ich diesen Sport geliebt habe. Allgemein mag ich es mehr, wenn ich Sport selber betreibe, anstatt anderen dabei zuzuschauen. Ich tanzte außerdem Hip Hop, war Leiter einer Basketball-AG und brachte mir vor einigen Jahren selbst das Bogenschießen mit einem Compoundbogen bei.
  • Mit meinem Bruder unternahm ich bereits 3 Roadtrips durch Europa und Afrika. Der erste Trip führte nach Finnland, wo wir in der Natur zelteten und uns eine eigene Holzunterkunft bauten. Der zweite Ausflug führte drei Wochen nach und durch Kroatien, wo wir fast jeden Abend am Strand in Hängematten schliefen. Beim dritten Roadtrip fuhren wir durch die Schweiz, Italien, Frankreich, Monaco und Spanien, um schließlich in Marokko anzukommen. Wir wollten die Wüste sehen und mit eigenen Füßen im Wüstensand stehen.
  • Ich begann mit Fotografieren auch schon im Jugendalter, allerdings hat es mich da noch nicht so gefesselt. Mit Photoshop und Lightroom habe ich trotzdem schon viele Erfahrungen gesammelt. Durchaus auch mit einem Grafiktablett. Als Model habe ich mich auch versucht und zusammen mit meinem Bruder Stefan Bremer verlassene Locations aufgesucht.
  • Richtig Fotografieren lernte ich dann ab 2018, als mir Stefan eine Spiegelreflexkamera nach Kambodscha sendete. Durch ihn habe ich viel lernen können. Darüber hinaus habe ich mich täglich autodidaktisch weitergebildet, ausprobiert und ein Gefühl für Perspektive und Licht bekommen. Ich habe mittlerweile mit mehr als 3 verschiedenen Kameras und noch mehr Objektiven gearbeitet.
  • Vor 6 Jahren, 2014, kam es nach einem Jahr des Schreibens zu meiner ersten Buchveröffentlichung mit Self-Publishing. Es folgte ein Kinderbuch im Jahr 2017, das ich zusammen mit Kindern der 5. und 6. Klasse geschrieben habe. 2019 habe ich mein drittes Buch veröffentlicht, das sich mit meiner einjährigen Reise und der Selbstfindung beschäftigt. 2019 veröffentlichte ich auch meinen ersten Porträtband mit 100 Porträts meiner Reise. 2020 schrieb ich einen Ratgeber für Menschen, die sehr gern länger reisen würden, sich aber unsicher fühlen oder Zweifel haben. Zu meinen Büchern.
  • Durch meine Selbstständigkeit seit Juni 2020 lerne ich weiterhin viel dazu. Jeden Tag beschäftige ich mich mit den Themen der Gesellschaft, meinen persönlichen Ansichten und gebe diese an andere weiter. Selbstentwicklung ist nie vorbei. Alles bleibt in Veränderung und in Bewegung. Als Lebenskünstler nutze ich diese Wellen, um in meiner Entwicklung voranzukommen.